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Uniklinik Freiburg: fast 5.000 Stunden Qwiek.up auf der Intensivstation, 72 % der Pflegenden positiv (Clone)

by Qwiek on

Wie bewährt sich der Qwiek.up im Krankenhausalltag, wenn die Pilotphase vorbei ist? Ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Freiburg hat das anderthalb Jahre lang auf fünf Stationen untersucht. Das Ergebnis: Der Qwiek.up wurde dauerhaft genutzt, Pflegende bewerten ihn überwiegend positiv, und nach Studienende wurde der Einsatz auf weitere Stationen ausgeweitet. Die Ergebnisse sind 2026 als Open-Access-Buch im transcript Verlag erschienen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer: Universitätsklinikum Freiburg, Universität Freiburg und Hochschule Furtwangen; gefördert vom BMBF/BMFTR im Programm „Cluster Zukunft der Pflege“.
  • Wo und wie lange: 5 Stationen (4 Intensivstationen und 1 Geriatrie), Februar 2021 bis September 2022.
  • Nutzung: Fast 5.000 Betriebsstunden (4.857) auf vier Intensivstationen, auf der herzchirurgischen Intensivstation über 100 Stunden pro Monat.
  • Akzeptanz: 72 % der befragten Pflegenden bewerten die Wirkung auf Patientinnen und Patienten als positiv, weniger als 10 % als negativ.
  • Zufriedenheit: Durchschnittlich 1,99 auf einer Skala von 1 bis 5 (1 = sehr zufrieden).
  • Nachhaltig: Nach Studienende wurde der Qwiek.up weiter genutzt und auf zusätzliche Stationen ausgeweitet.

Was ist der Qwiek.up?

Der Qwiek.up ist ein mobiler Projektor, der beruhigende Bilder und Klänge an die Decke oder Wand projiziert. Im Krankenhaus wird er vor allem bei Patientinnen und Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen eingesetzt, etwa bei Delir oder Demenz. Ziel ist, Unruhe zu lindern und Orientierung zu geben – als Ergänzung zur pflegerischen Zuwendung.

Wie wurde die Freiburger Studie durchgeführt?

Das Forschungsteam (Marx, Walzer, Schön, Jobst und Ziegler) wählte einen Mixed-Methods-Ansatz mit ethnografischen Elementen. Grundlage waren:

  • Befragungen von 93 Pflegenden (Rücklaufquote 32 %) und 12 Angehörigen,
  • 10 Interviews,
  • 22 Beobachtungen am Patientenbett,
  • technische Nutzungsdaten der Qwiek.up-Geräte.

Untersucht wurden vier Intensivstationen (anästhesiologisch, herzchirurgisch und zwei interdisziplinär-internistische) sowie eine geriatrische Station.

Ergebnisse: Wie oft wurde der Qwiek.up genutzt?

Die technischen Nutzungsdaten (Stand September 2022) zeigen, dass der Qwiek.up fester Bestandteil der Routine wurde und keine Pilot-Idee blieb, die nach einigen Wochen in der Ecke steht:

Station Betriebsstunden Ø pro Monat
Herzchirurgische Intensivstation 2.029 Std. 101,5 Std.
Interdisziplinäre Medizinische Intensivstation 2 1.081 Std. 54,1 Std.
Anästhesiologische Intensivstation 882 Std. 44,1 Std.
Interdisziplinäre Medizinische Intensivstation 1 865 Std. 43,3 Std.
Gesamt 4.857 Std.  

Wie bewerten Pflegende den Qwiek.up?

Hohe Akzeptanz

Die Praktikabilität – Transport, Bedienung und Integration in die Pflegeroutine – wurde überwiegend mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. 72 % der Pflegenden beurteilen die Wirkung auf die Patientinnen und Patienten als positiv, weniger als 10 % als negativ. Die durchschnittliche Zufriedenheit liegt bei 1,99 (Skala 1 bis 5, 1 = sehr zufrieden).

Entlastung im Pflegealltag

In den Interviews berichten mehrere Pflegende, dass sie Patientinnen und Patienten „sicher“ beschäftigt wissen und dadurch Raum für andere Aufgaben gewinnen. Dabei handelt es sich um eine qualitative Beobachtung, nicht um ein gemessenes Ergebnis.

„[…] erleichtert unsere Aufgaben und macht Patienten glücklich. […] muss ich nicht die ganze Zeit am Bett stehen und kann anderen Aufgaben nachkommen.“
– Pflegekraft, Freitextantwort im Fragebogen

Beruhigend und orientierend

Beobachtungen und Interviews beschreiben einen fokussierenden, beruhigenden Effekt, bei einzelnen Patientinnen und Patienten etwa eine langsamere Herzfrequenz oder Atmung. Als auffälliges Beispiel nennen die Forschenden das Modul Sternenhimmel, das zur Unterstützung des Tag-Nacht-Rhythmus bei Delir und nach einer Narkose eingesetzt wurde.

Einordnung: Was die Studie zeigt und was nicht

Die Freiburger Studie ist eine Implementierungs- und Akzeptanzstudie. Sie zeigt, wie der Qwiek.up im Krankenhausalltag genutzt und erlebt wird. Folgende Punkte sind wichtig für die Einordnung:

  • Es handelt sich nicht um eine Outcome-Studie: Zu Verweildauer, Medikamentenverbrauch oder anderen klinischen Endpunkten liefert sie keine Zahlen.
  • Vitalparameter (Herzfrequenz, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung, Blutdruck; N = 22) zeigten keinen statistisch signifikanten Effekt, weder positiv noch negativ. Die Stichprobe war laut den Autorinnen und Autoren zu klein, eine Kontrollgruppe gab es nicht.
  • Das Feedback von Angehörigen beruht wegen coronabedingter Besuchsbeschränkungen auf sehr wenigen Antworten (N = 12–13).
  • Die Autorinnen und Autoren betonen: Der Qwiek.up ist eine Ergänzung und kein Ersatz für Zuwendung und Pflege. Er ist nicht dafür gedacht, Patientinnen und Patienten „allein zu beschäftigen, während parallel andere Arbeit erledigt wird“.

Klinische Ergebnisse liefert eine andere Studie: In einer randomisierten kontrollierten Studie in der Notaufnahme in München sank der Bedarf an zusätzlicher Sedierung oder Antipsychotika mit dem Qwiek.up von 33 % auf 3 %. Mehr zur RCT in der Notaufnahme

Häufig gestellte Fragen

Wird der Qwiek.up im Krankenhaus tatsächlich genutzt?

Ja. Am Universitätsklinikum Freiburg kamen vier Intensivstationen in anderthalb Jahren auf 4.857 Betriebsstunden. Nach Studienende wurde der Einsatz auf weitere Stationen ausgeweitet.

Wie zufrieden sind Pflegende mit dem Qwiek.up?

72 % der befragten Pflegenden bewerten die Wirkung auf Patientinnen und Patienten als positiv. Die durchschnittliche Zufriedenheit liegt bei 1,99 auf einer Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5.

Auf welchen Stationen wurde der Qwiek.up untersucht?

Auf vier Intensivstationen (anästhesiologisch, herzchirurgisch und zwei interdisziplinär-internistische) und einer geriatrischen Station des Universitätsklinikums Freiburg.

Hilft der Qwiek.up bei Delir?

In Freiburg beschreiben Beobachtungen einen beruhigenden und orientierenden Effekt, etwa mit dem Modul Sternenhimmel zur Unterstützung des Tag-Nacht-Rhythmus. Klinische Ergebnisse liefert die randomisierte Studie in der Notaufnahme in München.

Wo kann ich die Studie lesen?

Die Studie ist als Open-Access-Buch erschienen: Marx, H., Walzer, S., Schön, I., Jobst, S. & Ziegler, S. (2026). Audiovisuelle Erlebnisse in der Pflege – Zum Einsatz von Tageslichtprojektoren bei Patient*innen mit kognitiven Beeinträchtigungen im Krankenhaus. Bielefeld: transcript Verlag. DOI: 10.14361/9783839400098

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