Wie bewährt sich der Qwiek.up im Krankenhausalltag, wenn die Pilotphase vorbei ist? Ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Freiburg hat das anderthalb Jahre lang auf fünf Stationen untersucht. Das Ergebnis: Der Qwiek.up wurde dauerhaft genutzt, Pflegende bewerten ihn überwiegend positiv, und nach Studienende wurde der Einsatz auf weitere Stationen ausgeweitet. Die Ergebnisse sind 2026 als Open-Access-Buch im transcript Verlag erschienen.
Der Qwiek.up ist ein mobiler Projektor, der beruhigende Bilder und Klänge an die Decke oder Wand projiziert. Im Krankenhaus wird er vor allem bei Patientinnen und Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen eingesetzt, etwa bei Delir oder Demenz. Ziel ist, Unruhe zu lindern und Orientierung zu geben – als Ergänzung zur pflegerischen Zuwendung.
Das Forschungsteam (Marx, Walzer, Schön, Jobst und Ziegler) wählte einen Mixed-Methods-Ansatz mit ethnografischen Elementen. Grundlage waren:
Untersucht wurden vier Intensivstationen (anästhesiologisch, herzchirurgisch und zwei interdisziplinär-internistische) sowie eine geriatrische Station.
Die technischen Nutzungsdaten (Stand September 2022) zeigen, dass der Qwiek.up fester Bestandteil der Routine wurde und keine Pilot-Idee blieb, die nach einigen Wochen in der Ecke steht:
| Station | Betriebsstunden | Ø pro Monat |
|---|---|---|
| Herzchirurgische Intensivstation | 2.029 Std. | 101,5 Std. |
| Interdisziplinäre Medizinische Intensivstation 2 | 1.081 Std. | 54,1 Std. |
| Anästhesiologische Intensivstation | 882 Std. | 44,1 Std. |
| Interdisziplinäre Medizinische Intensivstation 1 | 865 Std. | 43,3 Std. |
| Gesamt | 4.857 Std. |
Die Praktikabilität – Transport, Bedienung und Integration in die Pflegeroutine – wurde überwiegend mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. 72 % der Pflegenden beurteilen die Wirkung auf die Patientinnen und Patienten als positiv, weniger als 10 % als negativ. Die durchschnittliche Zufriedenheit liegt bei 1,99 (Skala 1 bis 5, 1 = sehr zufrieden).
In den Interviews berichten mehrere Pflegende, dass sie Patientinnen und Patienten „sicher“ beschäftigt wissen und dadurch Raum für andere Aufgaben gewinnen. Dabei handelt es sich um eine qualitative Beobachtung, nicht um ein gemessenes Ergebnis.
„[…] erleichtert unsere Aufgaben und macht Patienten glücklich. […] muss ich nicht die ganze Zeit am Bett stehen und kann anderen Aufgaben nachkommen.“
– Pflegekraft, Freitextantwort im Fragebogen
Beobachtungen und Interviews beschreiben einen fokussierenden, beruhigenden Effekt, bei einzelnen Patientinnen und Patienten etwa eine langsamere Herzfrequenz oder Atmung. Als auffälliges Beispiel nennen die Forschenden das Modul Sternenhimmel, das zur Unterstützung des Tag-Nacht-Rhythmus bei Delir und nach einer Narkose eingesetzt wurde.
Die Freiburger Studie ist eine Implementierungs- und Akzeptanzstudie. Sie zeigt, wie der Qwiek.up im Krankenhausalltag genutzt und erlebt wird. Folgende Punkte sind wichtig für die Einordnung:
Klinische Ergebnisse liefert eine andere Studie: In einer randomisierten kontrollierten Studie in der Notaufnahme in München sank der Bedarf an zusätzlicher Sedierung oder Antipsychotika mit dem Qwiek.up von 33 % auf 3 %. Mehr zur RCT in der Notaufnahme
Ja. Am Universitätsklinikum Freiburg kamen vier Intensivstationen in anderthalb Jahren auf 4.857 Betriebsstunden. Nach Studienende wurde der Einsatz auf weitere Stationen ausgeweitet.
72 % der befragten Pflegenden bewerten die Wirkung auf Patientinnen und Patienten als positiv. Die durchschnittliche Zufriedenheit liegt bei 1,99 auf einer Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5.
Auf vier Intensivstationen (anästhesiologisch, herzchirurgisch und zwei interdisziplinär-internistische) und einer geriatrischen Station des Universitätsklinikums Freiburg.
In Freiburg beschreiben Beobachtungen einen beruhigenden und orientierenden Effekt, etwa mit dem Modul Sternenhimmel zur Unterstützung des Tag-Nacht-Rhythmus. Klinische Ergebnisse liefert die randomisierte Studie in der Notaufnahme in München.
Die Studie ist als Open-Access-Buch erschienen: Marx, H., Walzer, S., Schön, I., Jobst, S. & Ziegler, S. (2026). Audiovisuelle Erlebnisse in der Pflege – Zum Einsatz von Tageslichtprojektoren bei Patient*innen mit kognitiven Beeinträchtigungen im Krankenhaus. Bielefeld: transcript Verlag. DOI: 10.14361/9783839400098
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