Kann Video-Ablenkung den Bedarf an Sedierung bei unruhigen älteren Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme senken? Eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) aus einer Notaufnahme in München zeigt: ja. Mit dem Qwiek.up benötigten nur 3 % der Patientinnen und Patienten zusätzlich eine Notfallsedierung oder Antipsychotika, gegenüber 33 % in der Kontrollgruppe mit Standardversorgung. Die Studie wurde 2024 im European Journal of Emergency Medicine veröffentlicht.
Der Qwiek.up ist ein mobiler Projektor, der beruhigende Bilder und Klänge an die Decke oder Wand projiziert. In der Notaufnahme dient er als nicht-medikamentöse Video-Ablenkung für unruhige oder delirante ältere Menschen. Da die Inhalte nicht individuell vorbereitet werden müssen, kann der Einsatz sofort beginnen.
Patientinnen und Patienten ab 65 Jahren, die sich mit Unruhe, Agitation oder einem Delir in der Notaufnahme vorstellten, wurden zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt:
Das Forschungsteam erfasste anschließend, ob und wie oft zusätzlich Sedativa oder Antipsychotika verabreicht wurden. Die Agitation wurde mit den validierten Skalen RASS (Richmond Agitation-Sedation Scale) und Nu-DESC (Nursing Delirium Screening Scale) gemessen.
In der Kontrollgruppe benötigten 33 % der Patientinnen und Patienten zusätzlich eine Sedierung oder Antipsychotika, um Unruhe oder Agitation unter Kontrolle zu bringen. In der Qwiek.up-Gruppe waren es 3 %. Der Unterschied ist statistisch signifikant (p = 0,004).
Innerhalb von 30 bis 60 Minuten sank die Agitation in der Qwiek.up-Gruppe signifikant von einem Median von 3 auf 1 (p < 0,001). In der Kontrollgruppe blieb sie erhöht (Median 2).
Die Delir-Symptome gingen in der Qwiek.up-Gruppe zurück (Median 3), während die Kontrollgruppe bei einem Median von 5 blieb (p < 0,001).
Wohin die Patientinnen und Patienten nach der Notaufnahme gingen – etwa nach Hause oder in die stationäre Aufnahme –, unterschied sich zwischen den Gruppen nicht signifikant (p = 0,500). Die Autorinnen und Autoren weisen diesen Endpunkt transparent als Ergebnis ohne Effekt aus.
Bei keiner Patientin und keinem Patienten wurden unerwünschte Ereignisse gemeldet.
In der Notaufnahme sind Aufnahmen und das Auftreten von Unruhe oder Delir nicht planbar. Eine Intervention, die ohne Vorbereitung sofort einsetzbar ist, hat dort einen klaren Vorteil. Die Forschenden fassen es so zusammen:
“The advantage of using non-individualized videos is obvious as no preparation is necessary. In the setting of an ED, this is crucial.”
Weniger Sedierung und Antipsychotika bedeutet weniger Nebenwirkungsrisiko für ältere Patientinnen und Patienten und weniger Aufwand für das Team.
Wie der Qwiek.up im Klinikalltag über längere Zeit genutzt und von Pflegenden bewertet wird, zeigt eine Implementierungsstudie des Universitätsklinikums Freiburg auf vier Intensivstationen und einer Geriatrie.
In einer randomisierten kontrollierten Studie in einer Münchner Notaufnahme benötigten mit dem Qwiek.up 3 % der unruhigen älteren Patientinnen und Patienten eine zusätzliche Sedierung oder Antipsychotika, gegenüber 33 % mit Standardversorgung (p = 0,004).
In der Studie gingen die Delir-Symptome (Nu-DESC) in der Qwiek.up-Gruppe zurück, während sie in der Kontrollgruppe erhöht blieben (p < 0,001).
Innerhalb von 30 bis 60 Minuten sank die Agitation (RASS) in der Qwiek.up-Gruppe von einem Median von 3 auf 1.
In der Studie wurden keine unerwünschten Ereignisse gemeldet.
Im European Journal of Emergency Medicine (2024): Güvec, E., Koedel, U., Horster, S. u. a. Videodistraction to reduce agitation in elderly patients in the emergency department. DOI: 10.1097/MEJ.0000000000001179.
Güvec, E., Koedel, U., Horster, S. u. a. (2024). Videodistraction to reduce agitation in elderly patients in the emergency department. European Journal of Emergency Medicine. DOI: 10.1097/MEJ.0000000000001179. Studie auf PubMed lesen
Möchten Sie erfahren, wie der Qwiek.up in Ihrer Notaufnahme Unruhe reduzieren und Ihr Team entlasten kann? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gern.