Kann der Qwiek.up herausforderndes Verhalten bei Menschen mit geistiger Behinderung verringern? Bei ’s Heeren Loo in Apeldoorn (Niederlande) wurde der Qwiek.up 2020 vier Wochen lang als Gruppenaktivität in einer Wohngruppe eingesetzt. Bei allen sieben Bewohnenden nahm das herausfordernde Verhalten zwischen Vor- und Nachmessung ab, und die Begleiterinnen und Begleiter erlebten mehr Interaktion und eine entspanntere Atmosphäre.
Der Qwiek.up ist ein mobiler Projektor, der Bilder und Klänge an Decke oder Wand projiziert. In der Behindertenhilfe wird er zur Entspannung, zur Aktivierung und als Gesprächsanlass eingesetzt – einzeln oder in der Gruppe.
Die Studie lief vom 20. April bis 15. Mai 2020 in einer Wohngruppe. Der Qwiek.up wurde als Gruppenaktivität in der „leeren Zeit“ vor dem Abendessen eingesetzt – einem Moment, an dem herausforderndes Verhalten häufig auftrat.
Laut den individuellen Beobachtungslisten nahm das herausfordernde Verhalten zwischen Vor- und Nachmessung bei allen sieben Bewohnenden ab. In den Wochen ohne Qwiek.up nahm es bei den meisten wieder zu.
Auf der Checkliste CEP sanken die Mittelwerte in allen neun Kategorien, zum Beispiel:
Auch im BPI sanken die Werte für Selbstverletzung, stereotypes und aggressives Verhalten. Keiner dieser Unterschiede war statistisch signifikant.
Die Begleiterinnen und Begleiter fanden den Qwiek.up sehr einfach und in wenigen Minuten einsatzbereit. Die Bewohnenden waren begeistert, fragten selbst nach dem Qwiek.up und wählten gern selbst ein Modul. Es entstanden Gespräche, etwa über Urlaubserinnerungen. Die Atmosphäre war während und nach dem Einsatz entspannter, und der weitere Tagesablauf lief zügiger.
Ein zu reizarmes Modul oder ein unpassendes Thema führte bei einzelnen Bewohnenden zu mehr herausforderndem Verhalten. Reizniveau und Thema sollten deshalb zur Person passen.
Grundlage ist eine Abschlussarbeit mit nur sieben Bewohnenden. Die Verbesserungen waren statistisch nicht signifikant, was die Autorin auf die kleine Stichprobe zurückführt. Die Studie fiel in die Corona-Zeit (keine Tagesstruktur, kein Besuch), was das Verhalten zusätzlich beeinflusst haben kann. Die Gruppe bestand fast nur aus Männern und ist nicht repräsentativ.
Bei ’s Heeren Loo nahm herausforderndes Verhalten bei allen sieben Bewohnenden zwischen Vor- und Nachmessung ab. Wegen der kleinen Gruppe waren die Unterschiede statistisch nicht signifikant.
Ja. In dieser Studie wurde er bewusst als Gruppenaktivität vor dem Abendessen eingesetzt und förderte Gespräche und Interaktion.
Reizniveau und Thema sollten zur Person passen. Ein zu reizarmes oder unpassendes Modul kann herausforderndes Verhalten verstärken.
Roeterdink, I. (2020). Een onderzoek naar de effectiviteit van de Qwiek.up binnen de belevingsgerichte zorg voor mensen met een verstandelijke beperking. Abschlussarbeit, Saxion Hogeschool, in Zusammenarbeit mit ’s Heeren Loo Apeldoorn (nicht veröffentlicht).