Kann der Qwiek.up delirante Patientinnen und Patienten im Krankenhaus beruhigen? Auf der Akutaufnahmestation (AOA) des Isala Klinikums in Zwolle (Niederlande) wurde der Qwiek.up 2023 zwei Wochen lang bei älteren Menschen mit (drohendem) Delir eingesetzt. Pflegende, die vorher skeptisch waren, erlebten ruhigere, aufmerksamere und gesprächigere Patientinnen und Patienten – und mehr Zeit für andere Aufgaben. Das Projekt wurde von Pflegestudierenden der Hogeschool Viaa durchgeführt.
Der Qwiek.up ist ein mobiler Projektor, der beruhigende Bilder und Klänge an Decke oder Wand projiziert. Im Krankenhaus wird er bei Patientinnen und Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen eingesetzt, etwa bei Delir oder Demenz, um Unruhe zu lindern und Orientierung zu geben.
Die Studierenden untersuchten im Auftrag des Isala Klinikums, wie personenzentrierte Maßnahmen bei Delir auf der Akutaufnahmestation helfen können. Neben einer Informationsbroschüre für Angehörige wurde der Qwiek.up getestet. Methoden:
Laut den Pflegenden wurden delirante Patientinnen und Patienten mit dem Qwiek.up ruhiger, aufmerksamer und gesprächiger. Sie klingelten seltener und waren weniger auf Schmerzen und Verwirrtheit fixiert. In der Mehrzahl der ausgefüllten Beobachtungsbögen wurde eine beruhigende Wirkung notiert.
„Meine delirante Patientin begann von den Bildern der Efteling zu erzählen, wo sie mit ihren Enkelkindern gewesen war – obwohl sie während des ganzen Aufenthalts noch kein Wort gesagt hatte.“
– Pflegekraft, Isala Klinikum (übersetzt aus dem Niederländischen)
In 5 von 7 ausgefüllten Beobachtungsbögen (71 %) förderte der Qwiek.up das Wohlbefinden der Patientin oder des Patienten. Ebenfalls in 5 von 7 Bögen gaben Pflegende an, dass er ihre Arbeitsbelastung senkte. In den Interviews sagten die Pflegenden, dass der Einsatz keine zusätzliche Zeit kostete.
„Die Patientin fand es wunderschön, fast emotional. Durch die Ablenkung ist sie ruhiger und klingelt weniger, das gibt der Pflegekraft etwas mehr Zeit.“
– Pflegekraft, Isala Klinikum (übersetzt aus dem Niederländischen)
Vor dem Einsatz befürchteten die Pflegenden, Patientinnen und Patienten könnten unruhiger werden oder sich von den Bildern getäuscht fühlen. Nach zwei Wochen waren sie begeistert. Entscheidend war die passende Wahl der Inhalte: Ein Modul, das nicht zur Person passte, sorgte einmal für mehr Unruhe – mit einem anderen Bild war das schnell gelöst.
Es handelt sich um ein Beratungsprojekt von Pflegestudierenden, nicht um eine peer-reviewte Studie. Der Einsatz dauerte nur zwei Wochen, davon fielen drei Tage wegen eines Gerätedefekts aus. Es wurden nur wenige Beobachtungsbögen ausgefüllt (7), und die Prozentangaben im Bericht sind nicht ganz einheitlich. Die Ergebnisse spiegeln vor allem die Erfahrungen der Pflegenden wider und sind laut den Autorinnen nicht verallgemeinerbar. Klinische Ergebnisse zum Qwiek.up bei Delir liefert eine randomisierte Studie in einer Münchner Notaufnahme.
Auf der Akutaufnahme des Isala Klinikums erlebten Pflegende delirante Patientinnen und Patienten mit dem Qwiek.up als ruhiger, aufmerksamer und gesprächiger. In einer randomisierten Studie in München sank der Bedarf an zusätzlicher Sedierung von 33 % auf 3 %.
Laut den Interviews im Isala Klinikum nicht. Im Gegenteil: Weil Patientinnen und Patienten seltener klingelten, blieb mehr Zeit für andere Aufgaben.
Die Inhalte müssen zur Person passen. Ein unpassendes Modul kann Unruhe verstärken; dann hilft es, ein anderes Bild zu wählen.
Bakker, A.-M., Boersma, M. & Boerman, M. (2024). Effect van persoonsgerichte interventies bij delirante patiënten. Beratungsbericht, Hogeschool Viaa Zwolle, im Auftrag des Isala Klinikums Zwolle (nicht veröffentlicht).
Alle Studien zu Qwiek.up und Qwiek.embrace im Überblick
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