Wie setzen Pflegeteams den Qwiek.up im Pflegeheimalltag ein, und was bringt er ihnen? Die niederländische Rivas Zorggroep hat den Qwiek.up auf mehreren Pilotstationen eingeführt und die Erfahrungen ausgewertet. Die Mitarbeitenden gaben ihm durchschnittlich die Note 8,7 von 10. 19 von 21 sagen, dass er die Pflegequalität erhöht, und 16 von 21, dass er Zeit für andere Aufgaben schafft.
Der Qwiek.up ist ein mobiler Projektor, der Bilder und Klänge an Decke oder Wand projiziert. Er ist fahrbar und lässt sich im Bewohnerzimmer und im Wohnzimmer einsetzen – für eine Person oder für die ganze Gruppe.
Die Pflegeteams beschrieben ihre Erfahrungen in Fallbeispielen. Daraus ergaben sich sechs Einsatzbereiche:
Wird der Qwiek.up vor der Pflege eingeschaltet, nehmen Angst und Abwehr ab. Das erleichtert auch die körperliche Arbeit.
„Es ist so unangenehm, wenn man mit seinem Bewohner kämpfen muss, um die Pflege zu leisten. Die körperliche Belastung ist auch viel geringer, wenn jemand entspannt ist.“
– Pflegekraft, Rivas Zorggroep (übersetzt aus dem Niederländischen)
Mit dem Modul „Sternenhimmel“ nahmen nächtliche Angst und Rufen ab. Eine Bewohnerin blieb deutlich länger im Bett als die üblichen anderthalb Stunden; bei einer anderen Person stabilisierte sich der Tag-Nacht-Rhythmus, mit besserer Stimmung und mehr Appetit.
Der Qwiek.up hilft, Unruhe in Ruhe umzuwandeln, und verschafft Pflegenden freie Hände für Einzelbetreuung oder andere Aufgaben.
Gemeinsame Konzertaufnahmen in der Gruppe halfen Bewohnenden mit starkem Bewegungsdrang, zur Ruhe zu kommen.
Ein persönliches Modul mit Familienfotos nahm einer Bewohnerin Wut und Weglauftendenz. Eine Bewohnerin mit Lewy-Body-Demenz kam zur Ruhe.
„Es hat ihre Welt ein bisschen größer gemacht.“
– Pflegekraft, Rivas Zorggroep (übersetzt aus dem Niederländischen)
Bei Gruppenaktivitäten sorgte der Qwiek.up für Wiedererkennen und Freude, mit besserer Stimmung und mehr Interaktion zwischen den Bewohnenden.
Es handelt sich um eine interne Praxisevaluation, nicht um eine wissenschaftliche Studie. Grundlage sind eine Befragung von 24 Mitarbeitenden und Fallbeschreibungen; Messungen bei Bewohnenden und eine Kontrollgruppe gab es nicht. Als Nachteil nannten 14 von 24 Mitarbeitenden das Kabel (Stolpergefahr).
Bei der Rivas Zorggroep vor allem bei Unruhe, Angst während der Körperpflege, nächtlicher Unruhe, Bewegungsdrang, persönlichen Bedürfnissen und für Gruppenaktivitäten.
In den Fallbeispielen nahmen nächtliche Angst und Rufen mit dem Modul „Sternenhimmel“ ab, und bei einer Bewohnerin stabilisierte sich der Tag-Nacht-Rhythmus.
Die Rivas Zorggroep nennt als Richtwert etwa ein Gerät pro 35 Bewohnende. Wichtig ist, dass das Gerät fest auf der Station bleibt und schnell griffbereit ist.
Rivas Zorggroep, Programm Zorginnovatie (2023). Qwiek.up inzetten als zorginterventie. Interne Praxisevaluation (nicht veröffentlicht).